română english español
   
   

Teilnehmer: Stefan Roman
Dauer: 29 - 30 Juni 2006
Gebiet: Misti Vulkan, Arequipa, Peru
Höhe: 5822 m



 

Mit seinen 5822 m, ist der sădperuanische Vulkan El Misti (an dessen Fusse sich Arequipa befindet) eines der einfachsten Besteigungen auf solche Höhen.
Eine Vielzahl von Tourismusagenturen bieten 2 tägige Touren zum Misti an. Die Preise schwanken zwischen 40-60 USD, was einen Bergführer, Transport bis zum Fusse des Vulkans auf 3660, warmen Tee am abend und morgens und eine warme Mahlzeit im Basiscamp beinhaltet.
Ich hatte mich entschieden die Besteigung auf eigene Faust zu machen, weswegen ich auch eine detaillierte Beschreibung der Besteigung lassen werde.
Die nötige Ausrüstung für diese Tour ist die übliche für Trekkingtouren, man sollte jedoch beachten dass nachts die Temperatur bis -10C sinken kann. Gewöhnlich sind Steigeisen und Eispickel nicht nötig.
Ich habe 6 Liter Wasser mitgenommen und Essen für 2 Tage, obwohl der zweite Tag recht kurz ist. Ich hatte anstatt Brot, Kekse dabei, 2 Avocados, 2 Tomaten, 4 hartgekochte Eier, Cabanossi, Käse, Marmelade, 3 Kiwis, 3 Ã"pfel, 2 Bananen, Jogurt, 2 Tüten Instantnudeln, 3 Teebeutel und meinen MSR-Kocher zum Kochen. Kleidung hatte ich folgendes dabei: Lange Radlerhosen (bestens geeignet für Trekkingtouren), ein T-Shirt, lange Unterhosen, Windstopper Jacke und Hose, 2 Fleecepullis und ein paar dicke Wollsocken. Das Zelt, Schlafsack und Isomatte haben dann auch dazu beigetragen, dass mein Rucksack schwer wurde, insgesamt 25 kg.
Morgens um 6 bin ich aus Arequipa mit dem Bus nach Chiguata (1,20 soles) losgefahren und bin beim Weg der zum Ausgangspunkt der Tour führt ausgestiegen. Es sind 6 km bis dahin und ein Höhenunterschied von 560 m. Der Pfad beginnt bei dem Wendepunkt der Autos die die Touristen zum Pfad bringen auf 3660 m. Hier habe ich eine Gruppe von amerikanischen Studenten mit 2 Bergführern getroffen die gerade ihre Rucksäcke packten. Das war dann auch die Idee, einer Gruppe zu folgen um nicht den Pfad irgendwo zu verlieren.

mistiweb.wmv - 9:40 min 10,3 MB
El Misti - map 1 - parque coche
Vedere din intrarea în potecă la 3660 m, deasupra parcării. Altitudinea de pe perete este greşită. Secţiunea de fotografie se poate mări.

Von hier aus sind es 5-7 Stunden bis zum den Basiscamps. Der erste befindet sich auf 4650 m mit Platz für 5-6 Zelten, der zweite auf 4800 m mit Platz für 8 Zelte. Obwohl es auf etwa 5000 m noch eine kleinen Platz gibt um ein/zwei Zelte aufzustellen, ist der Aufwand das ganze Equipment auf die Höhe hochzuschleppen ziemlich gross.
Der Pfad beginnt am Parkplatz und geht leicht am Grat für etwa 40 min hoch. Dann muss man nach links einen Torrent überqueren und es geht weiter leicht bergauf. Man kann danach eine graue Sanddüne erkennen, die man weiter nach links überquert und auf den felsigen Grat dann den Aufstieg zum Basiscamp 1 beginnt, dass sich am Ende dieses Grates befindet. Der Pfad ist ausgetreten und lässt sich leicht erkennen, dennoch muss man aufmerksam sein und nicht falsch abbiegen, mann muss immer nur hoch. Vom ersten Camp aus kann man das nächste Geröllfeld mit grossen Felsen erkennen. Gleich hinter diesem befindet sich das 2. Basiscamp. Hier bekommt man schon die Höhe zu spüren. Eine grossteil des Aufstieges habe ich alleine gemacht, nur bei den Pausen habe ich die Gruppe eingeholt. Sie hatten viel weniger Gepäck dabei und mussten die 6 km von der Strasse zum Parkplatz nicht laufen, was mich schon etwas Energie gekostet hat.

 
El Misti map 1 - parque coches - 3660 m El Misti - map 2 - campamento 1
Sicht vom Basiscamp 1 (4650 m) zum Basiscamp 2 und Gipfelroute.

Mit jedem gewonnen Höhenmeter wurden die Schritte schwerer, die Atemzüge tiefer und mein Rucksack schwerer. Der Gedanke war der, mein Zelt bei der Gruppe aufzustellen und am nächsten morgen zusammen mit ihnen die Besteigung zu machen. Die Pausen die ich machte wurden immer öfter und länger, um mich auszuruhen musste ich mich hinsetzen und den Rucksack ablegen was auch viel Energie kostet. Auf 4000 Metern hatte sich die Gruppe schon abgesetzt. Ich konnte aber noch erkennen wo der Pfad verläuft und die Bergführer haben mir vorher erklärt, wo sie Zelten würden. Meien Schritte wurden immer kleiner und schwerer.
Beim ersten Basiscamp das leer war angekommen (es war die einzige Gruppe an diesem Tag die den Aufstieg machte), konnte ich noch sehen wie die Gruppe zum 2. Camp hochsteigt und dann die Zelte aufstellt. Es sind 150 m Höhenunterschied und etwa 800 m Entfernung. Der Pfad geht Mitte-Rechts vom Geröllfeld hoch und führt zum kleinen Plateau wo die Zeltplätze sind. Ich habe den Pfad nicht mehr gefunden und bin direkt hoch. Es war an diesem Tag der schwerste Abschnitt, da ich schon sehr müde war und der Sauerstoffmangel auf dieser Höhe schon einiges vom Körper abverlangt. Punkt 17 Uhr war ich dann auch oben und habe sofort mein Zelt aufgebaut, Nudeln gekocht und mit den anderen den Aufstieg für den nächsten Tag geplant. Der Sonneuntergang und der Blick auf die beläuchtete Stadt entschädigen für die Strapazen bis hierhin. Die Temperatur sinkt schlagartig nach Sonnenuntergang und der Wind fängt an stärker zu wehen, was einen dazu zwingt, sich schnell ins Zelt zu begeben. Vom 2. Basiscamp aus sind es normalerweise 6 Stunden bis zum Gipfel.

Fast keiner aus der Gruppe konnte diese Nacht schlafen. Obwohl ich die ganze Zeit die Augen zu hatte und sehr müder war, konnte ich nicht einschalfen. Ich hatte auch etwas Husten und musste ständig meine Nase putzen, so dass ich beim aufwachen nicht sicher war, ob ich den Aufstieg mache. Um 2:30 Uhr bin ich aufgestanden, habe mir einen warmen Tee zubereitet, gefrühstückt und gewartet bis die anderen fertig wurden. Die Führer haben mir auch einen Tee angeboten und so waren wir um 3:30 schon mit den Frontleuchten auf der Stirn und fertig für den Aufstieg, der den Felsgrat bis 5650 zum äusseren Kraterrand hochschlingelt, wo wir um 10:30 angekommen sind. Hier liegt ein Plateau wo wir und direkt hingelegt haben und tief Luft geholt haben. Man kann schon das Kreuz auf dem Gipfel sehen. Die letzten 200 Höhenmeter habe ich in weniger als einer Stunde bewältigt. Die Aussicht wird mit der Höhe viel spektakulärer. Man kann den Ubinas Vulkan erkennen der zur Zeit aktiv ist und eine riesige Rauchwolke ausstösst.

   

Um 11:30, nach 8 Studen Aufstieg erreiche ich endlich den Gipfel des El Misti, 5822 m. Die Freude ist gross, die Aussicht unglaublich. Alle aus der Gruppe sind froh angekommen zu sein, wir beglückwünschen uns gegenseitig und machen Fotos. Eine andere Gruppe ist bereits oben, sie sind auf der Westroute gekommen. Vom Gipfel aus kann man sehr gut den benachbarten Chachani erkennen und in der Ferne die Cordillera Chilca, den Coropuna und andere schneebedeckte Gipfel.

   

Nach den obligatorischen Gipfelfotos und ein bisschen ausruhen geht es nun bis zum Plateau auf dem gleichen Weg bergab. Danach aber kommt ein sehr langer Abstieg übers Tal durch feinen Vulkansand bis zum Zeltplatz. In weniger als einer halben Stunde sind wir angekommen. Wir packen alle die Zelte, Rucksäcke, essen schnell was und setzen den Abstieg fort. Es geht weiterhin durchs Tal bis etwas weiter unten von dem Ort wo wir zum ersten mal die Sanddüne überquert haben, danach auf dem Pfad bis zum Parkplatz wo bereits die Autos warten. Da sie noch eine Platz übrig hatten, kann ich bis in Zentrum von Arequipa mitfahren und muss somit nicht mehr die 6 km bis zur Strasse laufen.

Obwohl für viele Bergsteiger dieser Vulkan keine besonderen Vorbereitungen benötigt, war es für mich eine besondere Erfahrung und ich kann es kaum erwarten auf der Westroute von Independencia aus den Aufstieg zu machen. Auf jeden Fall zwingt einen die Höhe zu besonderen körperlichen und psychischen Leistungen. Ich hoffe dass diese kurze Beschreibung auch andere dazu ermutigt, den Misti zu besteigen.
Für diejenigen die einen Bergführer möchten, kann ich folgende wärmstens empfehlen:

Arcadio Mamani
arcadio_guide@hotmail.com
Jerusalen 400 AB2
Arequipa, Peru

Eloy Cacya
eloy87@latinmail.com
Tel.: 054-9912814, 054-485860
www.sqaventours.com

 

 

 
 
 
© www.stefanroman.com 2001 - 2009
vizitatori